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Über die Aktion

Idee und Initiative zu der Aktion "Ein Stuhl für Kabul" stammen von Prof. Dr. Clas M. Naumann. Prof. Naumann war von 1970 bis 1972 als Dozent an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Kabul tätig, die bereits seit 1962 eine Partnerschaft mit der Universität Bonn unterhielt. Im Frühjahr 2002, nach dem Ende des Taliban-Regimes, konnte er dann als Mitglied einer Fact-Finding Mission des DAAD die umfangreichen Schäden und Zerstörungen an der Universität Kabul begutachten. Selbst Strom- und Wasserleitungen fehlten damals, sie waren von den Taliban geplündert und als Schrott verkauft worden. Eine Wiederaufnahme des Lehrbetriebs schien unter diesen Umständen unmöglich.

Da zahlreiche Wiederaufbau-Hilfen aus Deutschland zunächst an bürokratischen Hindernissen zu scheitern schienen, finanzierte Prof. Naumann während eines erneuten Besuches im Herbst 2002 die Instandsetzung eines Übungsraumes aus eigenen Mitteln. Mit dem Ziel, weitere Mittel und Unterstützer für die Universitäten Afghanistans zu gewinnen, gründete er im September 2002 die Deutsch-Afghanische Universitäts-Gesellschaft (DAUG) e.V., deren Präsident er bis zu seinem Tode im Februar 2004 war, und führte zum Sommersemester 2003 die Aktion "Ein Stuhl für Kabul" an der Universität Bonn ein.

Die Aktion

Ziel der Aktion war und ist es, die Universität Kabul bei der Wiederaufnahme eines halbwegs normalen Lehrbetriebs zu unterstützen. Dazu war es zunächst erforderlich, Strom- und Wasserleitungen zu verlegen und einige Räume mit den grundlegendsten Einrichtungsgegenständen auszustatten, vor allem mit Stühlen, Tischen und Tafeln. Die Grundidee dabei ist, dass jeder Professor und auch jeder Student in Deutschland sich dabei solidarisch zeigen kann, mit einem kleinen Beitrag selber mithelfen kann. Symbolisch sollte jeder einen Stuhl spenden, der auf dem Bazar von Kabul 10-12 Euro kostet.

Im Sommersemester 2003 lief die Aktion "Ein Stuhl für Kabul" mit breiter Unterstützungen an der Universität Bonn an: Die Stadt Bonn, die Universitätsleitung, Fachschaften, AStA und zahlreiche weitere Einrichtungen zählten bald zu den Förderern. Es gründete sich sogar ein studentischer Arbeitskreis, der mit Kuchenverkauf vor den Mensen, Benefizveranstaltungen, Vorträgen etc. nicht nur viele Spenden sammelte, sondern vor allem auch die Universitäten Afghanistans und die dortigen Probleme und Potenziale einem breitem Publikum in Bonn zugänglich machte. Auch über Bonn hinaus wurde die Aktion schnell bekannt und fand zahlreiche Unterstützer.

Die gesammelten Spenden werden nun von Gastdozenten aus Deutschland nach Kabul gebracht und investiert. Dadurch ist eine direkte Kontrolle über die Verwendung der Gelder vor Ort gewährleistet, und die "Nebenkosten" sind extrem niedrig: Weder Reise- noch Büro- und Verwaltungskosten werden aus Spenden finanziert. Alle Einkäufe und Investitionen werden in Kabul getätigt, so dass dort durch die Aktion Arbeit und Einkommen geschaffen werden.

Die Erfolge

Über die Aktion "Ein Stuhl für Kabul" wurden innerhalb eines Jahres über 35 000 Euro gesammelt, bereits über 13 000 Euro wurden bereits an der Universität Kabul investiert. Gefördert wurden dabei vor allem die Fakultäten für Natur- und Geowissenschaften, die eine Partnerschaft mit der Universität Bonn verbindet. Hier wurden zuerst Stromleitungen gelegt, ebenso Regale, Tafeln etc. angeschafft. Und natürlich Stühle, an der Naturwissenschaftlichen Fakultät über 400 Stück.

Inzwischen konnten auch weitere Dinge finanziert werden, z.B. Wandfarbe und Vorhänge zur Verdunklung von Übungsräumen. Angesichts des vollständigen Fehlens aktueller Fachliteratur wurde außerdem der Druck eines neu erstellten Geologie-Lehrbuchs in Landesprache finanziert. Ebenfalls unterstützt wurde die deutsche Abteilung an der Fakultät für Literaturwissenschaften, hier konnten unter anderem mehrere dringend benötigte Wörterbücher angeschafft werden. Die verbleibenden Mittel sollen voraussichtlich in die Instandsetzung eines Laborraums fließen, der dann von mehreren Fachbereichen gemeinschaftlich genutzt werden kann. Denn es wäre der erste funktionsfähige Laborraum an der gesamten Universität.

Ausblick

Nach zwei erfolgreichen Semestern "Ein Stuhl für Kabul" an der Universität Bonn konzentrieren sich hier alle Aktivitäten auf Öffentlichkeitsarbeit und auf die Verwendung der Mittel. Damit geht aber nicht die Sammlung von Spenden für die Universität Kabul zu Ende, sondern lediglich die Tätigkeit des studentischen Arbeitskreises und die von diesem AK organisierten Veranstaltungen und Aktivitäten. Dazu gehört u.a. auch Erstellung und Aktualisierung dieser Homepage. Eventuell wird die Aktion von der Deutsch-Afghanischen Universitäts-Gesellschaft e.V. (DAUG, s. Kontakt) an anderen Universitäten fortgesetzt, auf jeden Fall werden dort weiterhin Spenden gesammelt.

Wenn auch Sie spenden möchten:
Die Kontoverbindung lautet:

DAUG - Deutsch-Afghanische Universitäts-Gesellschaft e.V.

Konto 825 129 466
Postbank Dortmund
BLZ 440 100 46

Für Spendenquittungen bitte vollständige Adresse angeben.






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